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Ausstellung > 2007
Philine Fahl
Ausstellung "Starke Frauen - schwere Mädchen" vom 12.1. - 4.2.2007 im ArtForum, Bonner Str. 43
Als wir aus den uns vorgelegten Bewerbungen für eine Ausstellung in unserem ArtForum die Arbeiten von Philine Fahl sahen, haben wir sofort zugegriffen, weil wir Art des Ausdrucks, die üppigen Formen und damit eine gewisse Deftigkeit als herrliche Variante zum gewohnten Kunstbetrieb auch Ihnen zeigen wollten. Und wie schön passen diese gewichtigen Damen auf großem Fuß in die Zeit zwischen Winter und Karneval - obwohl uns der Winter verkleidet als Vorfrühling daherkommt, so fällt es uns leichter - ein paar warme Gedanken zu haben!
Bevorzugtes Medium von Philine Fahl ist der Linolschnitt. Diese klassische Hochdrucktechnik erhält durch die vielen übereinander gedruckten Farbschichten sowie durch einen gezielt "schluderigen" Farbauftrag bzw. Druckvorgang eine stofflich-haptische Qualität, die ihr einen malerischen Ausdruck verschafft. Ein Grenzgebiet zwischen Malerei und Graphik wird betreten. Bei den größeren Arbeiten werden einzelne Blätter wie Bausteine zu einem Gesamtgefüge zusammengesetzt, an den Nähten gibt es dabei bewusste Verschiebungen. Auch die farblichen Abweichungen der einzelnen Bildtafeln sind dabei eingeplant, sie werden zu belebenden Elementen. Durch das häufige Übereinanderdrucken erscheint die Schnittkontur farbig, sie wird somit Teil des Bildkolorits, ist in das Bild eingebunden und somit kein hervordrängendes Element wie häufig in der Graphik.
Als Motive erscheinen eierköpfige weibliche Gestalten mit nur durch wenige Striche angedeuteten Gesichtszügen. Die rundlichen, gemütvollen Frauenfiguren mit ihren sockelartigen Füßen und ihren Händen mit nur vier Fingern sind der Comicwelt und der Pop-Kultur entlehnt. Die Wesen strahlen in ihrer Rundlichkeit eine Gelassenheit und Erdenschwere aus. Versteckter Witz, Ironie und die ornamenthafte Gestaltung des Hintergrundes verleihen den Bildern jedoch wieder eine fröhliche, lebensbejahende Leichtigkeit.
Die grotesken Körper erscheinen zugleich anziehend wie abstoßend. Die nachträglich gegebenen Titel und manche Haltungen der Figuren erscheinen wie parodistische Zitate aus anderen Zusammenhängen aus Kunst und Literatur.
Auch in der plastischen Umsetzung taucht diese Figurenwelt auf. In Ton geformt, farblich gestaltet und zum Teil mit Perlen oder Pailletten beklebt stehen, liegen oder tanzen sie auf Sockeln, deren Oberfläche auch eine künstlerische Bearbeitung durch die Verwendung verschiedener Materialien wie Holz, Beton, Filz, Moosgummi etc. erfährt.
Diese Ausstellung sollte ganz vorsätzlich Freude machen - es darf auch gelacht werden!




