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Ausstellung > 2006
Bettina Zettelmeier "Strand"
Erste Aussstellung des Jahres 2006 ab 3. März.Die Künstlerin aus Köln war zur Vernissage anwesend. Einführung in die Arbeiten durch den Vorsitzenden des Kunstvereins.
Bettina Zettelmeier, Aufbruch, 125x150cm
Kraftvoll und sicher gesetzte Pinselstriche formieren sich zur menschlichen Figur, zum Ding des täglichen Lebens, zum Schatten. Sie sprechen von der Vorstellung , die es umzusetzen gilt, vom Finden der Form, ihrer Beziehung zu anderen Bilddetails, vor allem aber von der Zeit des Malens an sich. Sie bieten dem Betrachter die Möglichkeit, bei Betrachtung aus der Nähe der Hand der Künstlerin zu folgen, aber auch zurückzutreten, um größere Zusammenhänge und das Bild als Ganzes zu erfassen.
Ein heller, weiß-grauer Bildgrund gibt zumeist keinen Aufschluss über die Örtlichkeit, die das Bildgeschehen trägt. Erst der Blick auf die Figuren in leichter Freizeitkleidung oder im Badedress, auf die Dinge um sie herum wie Badelaken, Taschen, Schwimmbretter, Ball und Schlauchboot weisen die Szenarien als Strandgeschehen aus. Die Menschen sind beschäftigt, in ein Spiel vertieft oder in Betrachtung versunken. Sie wirken ruhig, konzentriert und würdevoll. Den Betrachter des Bildes schauen sie jedoch niemals an, auch wenn sie für ihn innezuhalten scheinen im vertrauten Tun. Der Betrachter bleibt für sich, für einen Moment wie ins Geschehen eingetaucht und doch auf seine Gedanken zurückgeworfen.
Geschichten vom eigenen Tun an ähnlichen Orten kommen in den Sinn, der I magination öffnet sich breiter Raum. Dass die Farbgebung in den meisten Arbeiten über Grau-Beige-Töne und Schwarz nicht hinausgeht, unterstützt die formale Konzentration im Bildkonzept ebenso wie die des verweilenden Auges. Der Betrachter kann sich den Figuren im Bild anschließen, darüber nachdenken, was sie sehen und welche Geschichte sie miteinander verbindet. Er wird versuchen, Dinge zu verstehen, sich erinnern, im gedanklichen Sinne reicher werden. Nirgends wird ein mahnender Zeigefinger gegen ihn erhoben, keine Botschaft wird erzwungen. Ihm steht es frei, vorüberzugehen oder zu verweilen. Er kann sich einlassen auf Beobachtungen über Menschen, über Typen und das, was sie ausmacht. Er hat die Möglichkeit, den Weg der Künstlerin mitzugehen und dicht am Menschen zu bleiben mit einem forschenden, oft liebevollen Blick.
Dr. Arta Valstar-Verhoff




